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Zitat:

>Ist tatsächlich bei über 90% der Bevölkerung der Atlas auf der linken Körperseite krankhafterweise vor statt hinter dem "Führungsstift" (processus styloideus) fixiert?"<

Diese Frage ist nicht philosophisch (Anwender alternativer Methoden) sondern ausschließlich anatomisch zu klären.

1. bestehende Fehlstellungen sind mit bildgebende Verfahren objektivierbar. Bei 90% Fehlstellung in der Bevölkerung hieße, dass ~100% der radiologischen HWS-Übersichten eine Atlasfehlstellung dieser Art aufwiesen, denn nur HWS-Problematiker werde radiologisch kontrolliert. Bei den 10% 'Gesunden' besteht kein radiologischer Kontrollgrund.

2. eine bestehende Atlasrotation (warum eigentlich immer zur rechten Seite?) würde eine quantitative Occiputrotation mit sich führen. 90% der Bevölkerung würden demnach ständig den Kopf ca. 20° nach rechts drehen!

3. die Procc. styloidei dienen nicht der Atlasführung. Können sie auch nicht, weil ihre Normgröße nicht bis zum Atlasquerfortsatz reicht sondern kleiner sind. Die physiologische Rotation des Atlas beträgt 45° zum Axis. Ein vor dem Atlas befindlicher Proc. styloideus würde diese Rotation im Kontext der physiologischen Synkinese erheblich einschränken.

Somit sind im anatomischen Denkmodell der Atlasprofilax (was impliziert eigentlich diese Bezeichnung?) erhebliche Lücken zu schließen.

Cetus

Quelle: http://www.med1.de/Forum/Orthopaedie/126270/